Geschichte

Am 15. März 1874 wurde in Saanen die Landwirtschaftlich-Gemeinnützige Gesellschaft (LGG) von Saanen gegründet. Sie war wohl die erste Organisation im Saanenland, die sich auf vielen Ebenen für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region einsetzte. Noch im gleichen Jahr wurde die Spar- und Leihkasse Saanen (Saanenbank) gegründet.
Während über hundert Jahren wurden unzählige Weiterbildungen und Kurse veranstaltet. Diese Veranstaltungen richteten sich vorwiegend an die bäuerliche Bevölkerung. Die LGG war aber auch in anderen Bereichen tätig, so veranlasste sie zum Beispiel bereits vor 1900, dass Wegweiser für ortsfremde Besucher aufgestellt werden.



Die letzte grosse Veranstaltung war die 100-Jahr-Feier im Jahr 1974, mit der Herausgabe vom Buch Saanenland - Sonnenland.
Bis 1990 gab es kaum mehr Aktivitäten. Anschliessend nahm ein neuer Vorstand die Geschicke der LGg in die Hand und es wurden verschiedene Anlässe durchgeführt. Vermehrt wurde dann von öffentlichen Stellen und Organisationen ein Ansprechpartner gewünscht. Trotz vielen Aktivitäten war die LGG nie eine eigentliche Interessenvertretung der Landwirtschaft. Als Nachfolgeorganisation für die LGG wurde im Jahr 1996 in Saanen die Landwirtschaftliche Vereinigung Saanenland gegründet.

Die LVS bezweckt die Förderung und Wahrung der wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und gemeinnützigen Interessen der landwirtschaftlichen Bevölkerung des Saanenlandes.
Sie sucht diese Ziele zu erreichen durch:

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den landwirtschaftlichen Organisationen des Saanenlandes und der übrigen Regionen.

  • Förderung des Verständnisses zwischen der landwirtschaftlichen und der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung

  • Koordination und Durchführung von Ausstellungen, Veranstaltungen, Kundgebungen, Weiterbildungsangeboten, usw.

  • Sammeln und Bearbeiten von Anliegen und Aufträgen aus der landwirtschaftlichen Bevölkerung

  • Grundsätzliche Stellungnahme und Eingaben zu aktuellen Themen

  • Mitwirkung bei Vernehmlassungen

  • Durchsetzung der landwirtschaftlichen Interessen bei den zuständigen Behörden oder nichtlandwirtschaftlichen Verbänden

  • Öffentlichkeitsarbeit in den Medien

  • Unterstützung neuer Ideen und Produkte, sowie deren Vermarktung

 

Geschichte der Landwirtschaft im Saanenland

Die landwirtschaftliche Bevölkerung hat das Saanenland seit der Besiedlung massgeblich mitgestaltet. Urspünglich wurde die Landwirtschaft vorwiegend zur Selbstversorgung betrieben. Vorallem der Verkauf von Käse diente jedoch bereits vor vielen hundert Jahren dazu zu Bargeld zu kommen. So wurde der Loskauf der Saaner vom Grafen von Greyerz um 1450 auch durch den Erlös aus dem Käseverkauf ermöglicht.
Die Saaner Landwirte wussten sich den wechselnden Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Stets wurden aber vor allem Produkte aus der Rindviehhaltung aus dem Saanenland ausgeführt. Käse, Butter und Zuchtvieh sind seit jeher beliebte Produkte aus der Landwirtschaft.
Bereits im 18. Jh. wurde Hobelkäse via Marseille nach Asien und Afrika exportiert. Auch heute ist der nach alter Tradition auf den Alpen des Saanenlandes produzierte Hobelkäse eine Spezialtät, die sehr geschätzt wird und eine gute Wertschöpfung für die Region erzielt.
Eine Besonderheit ist die Saanenziege, sie ist als gute Milchziege bekannt und trägt so den Namen über die ganze Welt.
Die Landwirte haben stets auch ausserhalb ihrer Betriebe gearbeitet. Früher verdienten sie ein Zusatzeinkommen als Holzer oder Fuhrmann. Heute bieten der Tourismus und das Gewerbe Möglichkeiten für den nötigen Nebenerwerb.
Die landwirtschaftliche Bevölkerung ist gewillt auch in Zukunft ihren Beitrag für unsere Region zu leisten. Die Pflege und Bewirtschaftung von unserer Kulturlandschaft, die Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln und die Erhaltung von Tradition und Brauchtum sind für viele Bäuerinnen und Bauern eine schöne und sinnvolle Lebensaufgabe.

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